Profhilo® vs. Radiesse® vs. Skinbooster – was ist der Unterschied?
Profhilo®, Radiesse® und Skinbooster werden häufig in einem Atemzug genannt. Alle drei gehören zu den injizierbaren Behandlungen der ästhetischen Medizin – sie verfolgen jedoch nicht dasselbe Ziel.
Die einfachste Orientierung.
- Skinbooster behandeln vor allem Feuchtigkeitsverlust und Hautstruktur.
- Profhilo® verteilt hochkonzentrierte Hyaluronsäure über wenige definierte Punkte großflächig im Gewebe.
- Radiesse® bietet zusätzlich strukturelle Unterstützung und regt über Calciumhydroxylapatit die Neubildung wichtiger Bestandteile der Hautmatrix an.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: Welches Präparat ist das beste? Sondern: Braucht die Haut mehr Feuchtigkeit, eine gezielte Verbesserung ihrer Qualität oder fehlt dem Gesicht bereits strukturelle Unterstützung?
Profhilo®, Radiesse® oder Skinbooster – kurz erklärt.
Klassischer Skinbooster: gezielte Feuchtigkeit für die Haut
Ein klassischer Skinbooster wird vor allem eingesetzt, wenn die Haut trocken, müde oder fein knittrig wirkt. Viele kleine Depots oder eine Behandlung mit der Kanüle verteilen das Präparat gezielt in der gewünschten Region. Im Vordergrund stehen Feuchtigkeit und Hautstruktur – nicht der Aufbau von Volumen oder eine Veränderung der Gesichtskonturen. Abhängig vom verwendeten Produkt werden häufig zwei bis drei Sitzungen geplant; die Wirkung hält meist mehrere Monate an.
Profhilo®: großflächige Hydration über fünf BAP-Punkte
Profhilo® eignet sich besonders bei flächigem Feuchtigkeitsverlust und nachlassender Elastizität. Das Präparat wird nach der BAP-Methode an fünf definierten Punkten pro Gesichtshälfte eingebracht und kann sich von dort im Gewebe verteilen. Die Haut kann hydratisierter, glatter und leicht praller erscheinen, ohne dass Gesichtszüge gezielt modelliert werden. Üblicherweise werden zwei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen durchgeführt; bei Bedarf kann eine dritte Behandlung folgen. Eine Auffrischung wird häufig nach ungefähr sechs Monaten geprüft.
Radiesse®: strukturelle Unterstützung und Kollagenstimulation
Radiesse® kommt infrage, wenn nicht nur die Hautqualität, sondern auch fehlende Stütze und Volumenverlust im Mittelgesicht behandelt werden sollen. Das Präparat wird gezielt an ausgewählten anatomischen Stützpunkten platziert. Dadurch kann ein moderater Kontureffekt entstehen, während die enthaltenen Calciumhydroxylapatit-Mikrosphären längerfristig regenerative Prozesse im Gewebe unterstützen. Häufig genügt zunächst eine Behandlung mit anschließender Kontrolle. Das Ergebnis kann ungefähr zwölf bis 18 Monate, individuell auch länger, sichtbar bleiben.
Die Angaben sind Orientierungswerte. Hautzustand, Anatomie, Stoffwechsel, Produktwahl und Behandlungstechnik beeinflussen sowohl das Ergebnis als auch seine Dauer.
Ist Profhilo® ein Skinbooster?
Im weiteren Sinn kann Profhilo® den Skin-Quality-Behandlungen beziehungsweise Skinboostern zugeordnet werden. Es unterscheidet sich jedoch deutlich von einem klassischen Skinbooster.
Profhilo® enthält hoch- und niedermolekulare Hyaluronsäure in stabilen Hybridkomplexen. Das Präparat wird nicht verwendet, um eine einzelne Falte wie mit einem klassischen Filler aufzufüllen. Im Vordergrund stehen eine großflächige, länger anhaltende Hydration, die Unterstützung der Hautelastizität und das sogenannte Bioremodelling.
Für das Gesicht wurde die BAP-Technik – Bio Aesthetic Points – entwickelt. Dabei wird Profhilo® als Bolus an fünf festgelegten anatomischen Punkten pro Gesichtshälfte in eine tiefe Haut- beziehungsweise oberflächennahe Unterhautschicht eingebracht. Die insgesamt zehn Depots liegen unter anderem im Bereich des Jochbeins, neben der Nasenbasis, vor dem Ohr, am Kinn und entlang der unteren Gesichtskontur. Die genaue Platzierung wird immer an die individuelle Anatomie angepasst.
Von diesen Punkten aus kann sich das Produkt im Gewebe verteilen. Deshalb sind deutlich weniger Einstiche erforderlich als bei vielen klassischen Skinbooster-Techniken, bei denen zahlreiche kleine Depots über die Behandlungsfläche verteilt werden.
Gibt Profhilo® Volumen?
Profhilo® ist kein klassischer Volumenfiller. Die Hyaluronsäure bindet Wasser und kann das Gewebe dadurch hydratisierter, glatter und leicht praller erscheinen lassen. Direkt nach der Behandlung sind an den BAP-Punkten kleine Erhebungen sichtbar, die sich normalerweise wieder verteilen.
Im Bereich der Jochbeine oder neben der Nasolabialregion kann die verbesserte Hydration optisch einen sanften Frischeeffekt erzeugen. Ein gezielter Aufbau der Wangen, eine Modellierung der Gesichtskontur oder eine direkte Auffüllung der Nasolabialfalte ist mit Profhilo® jedoch nicht das eigentliche Behandlungsziel.
Wie oft wird Profhilo® behandelt?
Üblicherweise besteht die Anfangsbehandlung aus zwei Sitzungen im Abstand von ungefähr vier Wochen. Bei ausgeprägtem Feuchtigkeitsverlust oder abhängig vom individuellen Befund kann eine dritte Sitzung sinnvoll sein.
Der Effekt entwickelt sich schrittweise. Eine Auffrischung wird häufig nach etwa sechs Monaten geprüft. Ein starres Schema gibt es nicht: Entscheidend ist, wie sich die Haut entwickelt und welches Ergebnis gewünscht wird.
Was macht ein klassischer Skinbooster anders?
„Skinbooster“ ist kein einzelnes Präparat, sondern ein Sammelbegriff. Die genaue Zusammensetzung, Konsistenz und Haltbarkeit unterscheiden sich je nach Produkt.
Hyaluronsäure-Skinbooster werden meist oberflächennah in viele kleine Bereiche der Haut eingebracht. Dadurch lässt sich eine bestimmte Zone gezielt behandeln – zum Beispiel Wangen, periorale Region, Hals oder Dekolleté. Im Mittelpunkt stehen Feuchtigkeit, feinere Hautstruktur und ein frischeres Hautbild, nicht die Veränderung der Gesichtsform.
Ein klassischer Skinbooster kann besonders sinnvoll sein, wenn:
- sich die Haut trocken oder müde anfühlt,
- feine Knitterfältchen im Vordergrund stehen,
- nur eine bestimmte Region behandelt werden soll,
- ein sehr subtiler Effekt ohne Veränderung der Gesichtskonturen gewünscht ist.
Je nach Präparat werden häufig zwei bis drei Sitzungen geplant. Bei manchen Produkten genügt eine einzelne Behandlung mit späterer Auffrischung. Deshalb sollte der Produktname im Beratungsgespräch immer berücksichtigt werden – „Skinbooster“ allein beschreibt noch keinen vollständigen Behandlungsplan.
Wie unterscheidet sich Radiesse®?
Radiesse® basiert nicht auf Hyaluronsäure, sondern auf Calciumhydroxylapatit, kurz CaHA. Kleine CaHA-Mikrosphären befinden sich in einem Gelträger. Dadurch besitzt das Präparat zwei zeitlich unterschiedliche Komponenten:
- Direkte strukturelle Unterstützung: Das Trägergel kann unmittelbar nach der Behandlung Kontur und Gewebestütze verbessern.
- Biostimulation: Die CaHA-Mikrosphären verbleiben zunächst im behandelten Gewebe und dienen dort als Gerüst für regenerative Prozesse. Sie können die Bildung von Kollagen, Elastin und weiteren Bestandteilen der extrazellulären Matrix anregen. Später werden sowohl Gel als auch Mikrosphären schrittweise abgebaut.
Je nach Verdünnung und Injektionstechnik kann bei Radiesse® entweder die Konturierung oder die Verbesserung der Hautqualität stärker im Vordergrund stehen.
Warum muss Radiesse® besonders sorgfältig geplant werden?
Hier liegt ein entscheidender Unterschied zu Präparaten auf Basis von Hyaluronsäure: Radiesse® kann nicht mit Hyaluronidase aufgelöst werden. Hyaluronidase ist ein Enzym, das Hyaluronsäure abbauen kann. Auf die Calciumhydroxylapatit-Mikrosphären von Radiesse® wirkt dieses Enzym jedoch nicht.
Das bedeutet nicht, dass Radiesse® dauerhaft im Körper verbleibt. Das Material ist biologisch abbaubar und wird im Laufe der Zeit schrittweise vom Körper abgebaut. Es gibt jedoch keine einfache Möglichkeit, das Präparat unmittelbar nach der Behandlung wieder aufzulösen.
Eine unerwünschte Überkorrektur, ungleichmäßige Verteilung oder die Bildung tastbarer Verhärtungen lässt sich deshalb schwieriger korrigieren als bei einem Hyaluronsäurepräparat. Wie bei jeder Injektionsbehandlung können außerdem Schwellungen, Blutergüsse und Druckempfindlichkeit auftreten. Seltene Gefäßkomplikationen sind medizinische Notfälle und müssen unverzüglich behandelt werden.
Radiesse® ist daher nicht grundsätzlich gefährlicher, aber weniger leicht reversibel und in der Anwendung anspruchsvoller. Umso wichtiger sind eine klare Indikation, genaue Kenntnis der Gesichtsanatomie, eine sichere Injektionstechnik und ein zurückhaltender Umgang mit der Menge. In meiner Praxis wird Radiesse® deshalb erst nach ausführlicher ärztlicher Untersuchung und nur in geeigneten Regionen eingesetzt.
Verschiebt Radiesse® abgesunkenes Gewebe?
Radiesse® wird gelegentlich als Injektionslifting oder Liquid Lifting bezeichnet. Das bedeutet jedoch nicht, dass Gewebe wie bei einer Operation tatsächlich versetzt wird.
Wird das Präparat gezielt im Mittelgesicht und entlang der Jochbeinregion platziert, kann es fehlende Stütze ergänzen und die Kontur klarer erscheinen lassen. Dadurch kann das untere Gesicht optisch weniger schwer wirken. Es entsteht der Eindruck eines sanften Liftings – ohne dass Radiesse® eine operative Straffung ersetzt.
In meiner Praxis wird Radiesse® nach sorgfältiger Beurteilung der Anatomie gezielt im Mittelgesicht eingesetzt. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Volumen zu schaffen. Ziel ist eine zurückhaltende strukturelle Unterstützung mit gleichzeitiger Kollagenstimulation.
Wie lange hält Radiesse®?
Ein sichtbarer struktureller Effekt kann unmittelbar entstehen. Die biostimulierende Komponente entwickelt sich anschließend über Wochen und Monate. Häufig bleibt das Ergebnis ungefähr zwölf bis 18 Monate sichtbar; in Studien und Herstellerangaben werden bei einzelnen Indikationen auch längere Zeiträume bis zu zwei Jahren beschrieben.
Radiesse® wird meistens nicht automatisch als kurze Behandlungsserie geplant. Nach einer Sitzung wird zunächst abgewartet, wie sich Kontur und Gewebe entwickeln. Ob und wann eine weitere Behandlung sinnvoll ist, wird individuell entschieden.
Welche Behandlung passt zu welchem Ziel?
Wenn der Haut Feuchtigkeit fehlt
Wirkt die Haut trocken, fahl oder fein knittrig, während Volumen und Konturen noch stimmig sind, kommen ein klassischer Skinbooster oder Profhilo® infrage.
Wenn eine großflächige Auffrischung gewünscht ist
Profhilo® kann sinnvoll sein, wenn nicht eine einzelne Falte, sondern die Hautqualität im gesamten Gesicht im Mittelpunkt steht. Die BAP-Technik verteilt das Präparat über wenige definierte Punkte.
Wenn dem Mittelgesicht strukturelle Unterstützung fehlt
Bei Volumenverlust im Wangen- und Jochbeinbereich und weniger klaren Gesichtskonturen kann Radiesse® die passendere Option sein. Es verbindet eine gezielte Stützwirkung mit längerfristiger Biostimulation.
Wenn mehrere Veränderungen gleichzeitig bestehen
Hautalterung betrifft häufig mehrere Ebenen: Feuchtigkeit nimmt ab, die Haut wird dünner und zugleich verändern sich Volumen und Konturen. Dann kann eine Kombination verschiedener Verfahren sinnvoll sein. Die Behandlungen müssen jedoch nicht am selben Tag erfolgen. Ein stufenweiser Plan macht die Wirkung der einzelnen Schritte besser beurteilbar und verhindert unnötige Überbehandlung.
Profhilo®, Radiesse® und Skinbooster sind nicht austauschbar.
Ein Skinbooster kann eine fehlende strukturelle Stütze nicht ersetzen. Radiesse® ist wiederum keine reine Feuchtigkeitsbehandlung. Profhilo® liegt konzeptionell dazwischen: Es basiert auf Hyaluronsäure und unterstützt die Hydration großflächig, ohne wie ein klassischer Filler gezielt Gesichtskonturen aufzubauen.
Deshalb entscheide ich nicht allein nach einem Produktwunsch. Zuerst werden Hautqualität, Volumenverteilung, Gesichtsanatomie und Behandlungsziel beurteilt. Erst danach lässt sich sinnvoll festlegen, ob Profhilo®, Radiesse®, ein Skinbooster oder eine Kombination infrage kommt.
Fragen zu Profhilo®, Radiesse® und Skinboostern.
Was hält länger: Profhilo® oder Radiesse®?
Radiesse® wirkt in der Regel länger. Bei Profhilo® wird häufig nach ungefähr sechs Monaten über eine Auffrischung entschieden. Radiesse® kann etwa zwölf bis 18 Monate, in einzelnen Fällen auch länger, sichtbar bleiben. Die Verfahren verfolgen allerdings unterschiedliche Ziele und sollten nicht nur anhand der Haltbarkeit verglichen werden.
Sind zwei Profhilo®-Behandlungen notwendig?
Für die Anfangsbehandlung werden üblicherweise zwei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen geplant. Ob eine dritte Sitzung sinnvoll ist, hängt vom Hautzustand und vom individuellen Behandlungsziel ab.
Kann Profhilo® Wangen aufbauen?
Nein, nicht im Sinne einer klassischen Wangenmodellierung. Durch die intensive Hydration kann die Haut frischer und etwas praller wirken. Für eine gezielte strukturelle Unterstützung des Mittelgesichts kommen andere Präparate infrage.
Ist Radiesse® ein Filler oder ein Biostimulator?
Radiesse® besitzt Eigenschaften von beidem. Das Trägergel kann direkt stützen, während die CaHA-Mikrosphären regenerative Prozesse und die Bildung von Bestandteilen der Hautmatrix unterstützen.
Kann Radiesse® wieder aufgelöst werden?
Nein. Anders als Hyaluronsäure lässt sich Radiesse® nicht mit Hyaluronidase auflösen. Das Material wird zwar mit der Zeit vom Körper abgebaut, kann aber nicht kurzfristig durch eine Auflösungsinjektion entfernt werden. Eine sorgfältige Indikationsstellung, genaue Kenntnis der Anatomie und eine zurückhaltende Behandlungsplanung sind daher besonders wichtig.
Kann man Profhilo® und Radiesse® kombinieren?
Grundsätzlich können die Verfahren Teil eines gemeinsamen Behandlungskonzepts sein, weil sie unterschiedliche Ebenen ansprechen. Ob eine Kombination sinnvoll ist und in welchem zeitlichen Abstand behandelt wird, entscheidet sich nach ärztlicher Untersuchung.
Persönliche Beratung in Köln.
Sie wissen noch nicht, ob Profhilo®, Radiesse® oder ein Skinbooster besser zu Ihrem Gesicht und Ihrer Haut passt? In einer persönlichen ärztlichen Beratung beurteile ich Hautqualität, Volumenverteilung und Anatomie und entwickle daraus einen individuellen, zurückhaltenden Behandlungsplan.
Ob eine Behandlung durchgeführt werden kann, wird erst nach ärztlicher Anamnese, Untersuchung und Aufklärung entschieden. Ergebnisse und Wirkdauer sind individuell; ein bestimmtes Resultat kann nicht zugesagt werden.
