RATGEBER · FALTENBEHANDLUNG

Falten­behandlung mit einem Muskel­relaxans: Vorbereitung und Nachsorge

„Muss ich mich auf die Behandlung besonders vorbereiten?“ „Darf ich danach Sport machen?“ „Wie darf ich schlafen, wann kann ich wieder Make-up verwenden – und was passiert, wenn eine Gesichtshälfte schneller reagiert als die andere?“

Diese Fragen höre ich in meiner Praxis sehr häufig. Rund um die Behandlung mimischer Falten gibt es viele Regeln und Verbote. Einige davon sind sinnvoll, andere darf man deutlich entspannter sehen.

Deshalb erkläre ich Ihnen hier, wie Sie sich vorbereiten können, was nach der Behandlung wichtig ist und wann sich das endgültige Ergebnis beurteilen lässt.

WIRKUNG

Wie wirkt ein Muskel­relaxans?

Bei der Behandlung kommt ein lokal wirkendes, verschreibungspflichtiges Muskelrelaxans zum Einsatz.

Der Wirkstoff wird gezielt in ausgewählte mimische Muskeln injiziert und reduziert vorübergehend deren Aktivität. Dadurch kann sich die Haut entspannen und mimisch bedingte Falten können weicher erscheinen. Welche Bereiche sich damit behandeln lassen, finden Sie auf der Leistungsseite Faltenbehandlung in Köln.

VORBEREITUNG

Wie bereite ich mich auf die Behandlung vor?

Eine aufwendige Vorbereitung ist normalerweise nicht notwendig. Sie müssen weder nüchtern erscheinen noch Ihren gesamten Tagesablauf umstellen.

Gesundheit und Medikamente

Bei Fieber, einem ausgeprägten Infekt oder einer akuten Entzündung im geplanten Behandlungsbereich sollte der Termin verschoben werden.

Ein leichter Schnupfen ohne Fieber bedeutet nicht automatisch, dass die Behandlung ausfallen muss. Wenn Sie unsicher sind, schreiben Sie mir bitte vor Ihrem Termin.

Informieren Sie mich außerdem, wenn Sie:

  • regelmäßig Medikamente einnehmen;
  • blutverdünnende Präparate wie Acetylsalicylsäure, Marcumar oder andere Antikoagulanzien verwenden;
  • aktuell Antibiotika einnehmen;
  • an einer neurologischen oder neuromuskulären Erkrankung leiden;
  • bereits früher mit einem Muskelrelaxans behandelt wurden;
  • allergisch auf Medikamente oder deren Bestandteile reagiert haben;
  • kürzlich operiert oder im Gesicht behandelt wurden.

Ärztlich verordnete Blutverdünner dürfen niemals eigenständig abgesetzt werden. Sie können allerdings die Entstehung kleiner Blutergüsse begünstigen. Ob und unter welchen Bedingungen eine Behandlung möglich ist, wird individuell besprochen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Menstruation

Ästhetische Behandlungen mit diesem Wirkstoff führe ich während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht durch.

Die Menstruation ist dagegen keine Kontraindikation. Auch größere geplante Operationen werden heute normalerweise nicht allein wegen der Menstruation verschoben, sofern keine weiteren medizinischen Gründe vorliegen.

Einige Frauen sind während dieser Zeit empfindlicher oder neigen etwas stärker zu Blutergüssen. Wenn Sie das von sich kennen, können Sie es bei der Terminplanung berücksichtigen. Medizinisch notwendig ist eine Verschiebung jedoch nicht.

Essen, Alkohol und Make-up

Bitte kommen Sie nicht hungrig zum Termin. Sie können vorher ganz normal essen und trinken. Wenn Sie bei Injektionen zu Kreislaufproblemen neigen, ist eine leichte Mahlzeit besonders sinnvoll.

Idealerweise verzichten Sie ungefähr 24 Stunden vor der Behandlung auf Alkohol. Alkohol kann die Gefäße erweitern und dadurch Rötungen oder kleine Blutergüsse begünstigen.

Wenn möglich, kommen Sie ohne starkes Make-up im geplanten Behandlungsbereich. Falls Sie direkt von der Arbeit kommen, ist das jedoch kein Problem. Die Haut wird vor der Behandlung sorgfältig gereinigt und desinfiziert.

NACH DER BEHANDLUNG

Was sollte ich unmittelbar nach der Behandlung beachten?

Nach der Behandlung müssen Sie Ihren Alltag nicht vollständig unterbrechen. Sie können spazieren gehen, Auto fahren und Ihren gewöhnlichen Tätigkeiten nachgehen. Einige einfache Empfehlungen sollten Sie dennoch beachten.

Nicht drücken oder massieren

Bitte reiben und massieren Sie die behandelten Bereiche am Tag der Injektion nicht. Gesichtsmassagen, Gua Sha, kosmetische Behandlungen und andere Anwendungen mit stärkerem Druck sollten zunächst pausieren.

Eine vorsichtige, kurze Berührung ist allerdings kein Grund zur Panik. Wenn Sie sich versehentlich an die Stirn gefasst haben, bedeutet das nicht, dass sich der Wirkstoff automatisch verschoben hat.

Muss ich danach aufrecht bleiben?

Nein. Es ist nicht notwendig, nach der Behandlung mehrere Stunden kerzengerade zu sitzen oder jede normale Bewegung zu vermeiden.

Am Tag der Injektion sollten Sie lediglich Positionen vermeiden, bei denen Sie längere Zeit mit dem Gesicht oder dem Kopf nach unten bleiben. Intensives Krafttraining, längere Tätigkeiten in vorgebeugter Haltung und Umkehrpositionen beim Yoga verschieben Sie deshalb am besten auf den nächsten Tag. Ein kurzer, normaler Kopfneigungswinkel ist kein Problem.

Soll ich die behandelten Muskeln bewegen?

Am Behandlungstag können Sie die behandelten Muskeln gelegentlich bewusst aktivieren: beispielsweise die Augenbrauen anheben, die Stirn runzeln, lächeln oder die Augen zusammenkneifen – abhängig von der behandelten Region.

Es wird angenommen, dass die Aktivierung der Muskeln die Aufnahme des Wirkstoffs in die entsprechenden Nervenendigungen unterstützen kann. Einige kurze Wiederholungen während der ersten Stunden reichen aus. Sie müssen nicht den ganzen Tag Grimassen schneiden.

Hautpflege und Make-up

Am Abend nach der Behandlung und noch einmal am folgenden Morgen können Sie die Injektionsstellen vorsichtig mit einem alkoholfreien Hautantiseptikum behandeln.

Verwenden Sie ausschließlich ein für die Haut geeignetes Präparat und achten Sie darauf, dass es weder Ethanol noch Isopropylalkohol enthält. Geeignet ist beispielsweise ein von mir empfohlenes wässriges Hautantiseptikum auf Chlorhexidin- oder Octenidinbasis.

Die Haut sollte nicht gerieben werden. Es genügt, das Präparat vorsichtig auf die Injektionsstellen aufzutragen und die Augenpartie auszusparen.

Am Behandlungstag sollten Sie auf dekorative Kosmetik in den behandelten Bereichen verzichten. Am folgenden Morgen können Sie nach der antiseptischen Behandlung wieder Make-up verwenden. Achten Sie dabei auf saubere Hände, Pinsel und Schwämmchen.

Sport, Wärme und Alkohol

Am Behandlungstag sollten Sie auf intensive körperliche Belastung verzichten. Dazu gehören Krafttraining, Joggen, intensives Ausdauertraining, Training mit schweren Gewichten und Übungen, bei denen der Kopf längere Zeit nach unten gehalten wird.

Am nächsten Tag können Sie nach einer unkomplizierten Behandlung normalerweise schrittweise zu Ihrer gewohnten körperlichen Aktivität zurückkehren.

Für zwei Wochen empfehle ich, auf Sauna, Dampfbad, Hamam, Solarium, sehr heiße Bäder und andere intensive Wärmeanwendungen zu verzichten. In dieser Zeit entwickelt sich das endgültige Ergebnis.

Auch Alkohol sollten Sie am Behandlungstag möglichst vermeiden. Dadurch lässt sich das Risiko für stärkere Rötungen und Blutergüsse etwas reduzieren.

Wie darf ich schlafen?

Sie können nach der Behandlung wie gewohnt schlafen.

Sie benötigen kein spezielles Kissen, müssen nicht die ganze Nacht auf dem Rücken liegen und brauchen Ihre Schlafposition nicht ständig zu kontrollieren. Vermeiden Sie am Behandlungstag lediglich eine bewusste Massage der Injektionsstellen und ein längeres Liegen mit dem Gesicht nach unten.

NORMALE REAKTIONEN

Welche Reaktionen sind normal?

Unmittelbar nach der Behandlung können vorübergehend kleine Erhebungen, leichte Rötungen, eine geringe Druckempfindlichkeit, ein Spannungsgefühl, kleine Blutergüsse oder gelegentlich leichte Kopfschmerzen auftreten.

Diese Reaktionen sind normalerweise mild und bilden sich von selbst zurück.

Bitte drücken oder massieren Sie kleine Hämatome nicht. Bei Bedarf können Sie die betreffende Stelle vorsichtig und kurz kühlen – ohne starken Druck und ohne Eis direkt auf die Haut zu legen.

WIRKUNGSEINTRITT

Wann beginnt die Wirkung?

Der Wirkstoff wirkt nicht sofort. Seine Wirkung entwickelt sich Schritt für Schritt.

Die ersten kleinen Veränderungen bemerken viele Patientinnen und Patienten ungefähr ab dem dritten Tag. Danach nimmt die Aktivität der behandelten Muskeln allmählich ab und die betreffende Region wirkt zunehmend entspannter.

Bitte erschrecken Sie nicht, wenn die Wirkung während der ersten Tage etwas ungleichmäßig einsetzt. Es ist völlig normal, dass eine Gesichtshälfte zunächst schneller reagiert als die andere oder dass sich einzelne Bereiche unterschiedlich schnell entspannen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass falsch oder ungleichmäßig behandelt wurde. In vielen Fällen gleicht sich eine solche vorübergehende Asymmetrie im Laufe der ersten Woche oder während der weiteren Wirkungsentwicklung von selbst aus.

Deshalb sollte das Ergebnis nicht zu früh beurteilt und keinesfalls bereits nach wenigen Tagen nachbehandelt werden.

Das endgültige Ergebnis lässt sich erst nach ungefähr 10 bis 14 Tagen zuverlässig beurteilen.

Sollten nach zwei Wochen noch eine deutliche Asymmetrie oder eine unerwünscht starke Restbewegung bestehen, besprechen wir das bei einem Kontrolltermin und können bei Bedarf gezielt nachkorrigieren.

KONTROLLE

Wann sind Kontrolle und Nach­korrektur sinnvoll?

Die Kontrolle findet ungefähr zwei Wochen nach der Behandlung statt. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich beurteilen:

  • ob die gewünschte Wirkung erreicht wurde;
  • ob beide Gesichtshälften harmonisch reagiert haben;
  • ob noch eine relevante Asymmetrie besteht;
  • ob eine kleine Nachkorrektur sinnvoll ist;
  • oder ob eine gewisse Restbewegung bewusst erhalten wurde.

Nicht jede verbliebene Bewegung bedeutet, dass zu wenig behandelt wurde. Eine natürliche Restmimik ist häufig ausdrücklich erwünscht.

Eine Nachkorrektur sollte nicht zu früh erfolgen. Der Wirkstoff entwickelt seine Wirkung noch über mehrere Tage. Eine zusätzliche Behandlung vor Ablauf der zwei Wochen kann zu einer übermäßigen Entspannung der Muskeln führen.

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Vorbereitung und Nachsorge kurz zusammen­gefasst

Vor der Behandlung

  • normal essen und trinken;
  • möglichst gesund zum Termin kommen;
  • alle Erkrankungen und Medikamente angeben;
  • ärztlich verordnete Medikamente niemals selbstständig absetzen;
  • möglichst 24 Stunden auf Alkohol verzichten;
  • Schwangerschaft und Stillzeit mitteilen.

Nach der Behandlung

  • die behandelten Bereiche nicht drücken oder massieren;
  • längere Positionen mit dem Gesicht oder Kopf nach unten vermeiden;
  • die behandelten Muskeln einige Male auf natürliche Weise aktivieren;
  • die Injektionsstellen am Abend und am folgenden Morgen vorsichtig mit einem alkoholfreien Antiseptikum behandeln;
  • dekorative Kosmetik erst am nächsten Morgen verwenden;
  • am Behandlungstag auf intensiven Sport und Alkohol verzichten;
  • zwei Wochen lang Sauna, Dampfbad, Hamam und Solarium meiden;
  • wie gewohnt schlafen;
  • sich durch eine vorübergehend ungleichmäßige Wirkung nicht beunruhigen lassen;
  • das endgültige Ergebnis erst nach 10 bis 14 Tagen beurteilen.

Die Richtpreise der einzelnen Zonen finden Sie auf der Seite Preise.

HÄUFIGE FRAGEN

Was Patientinnen am häufigsten fragen.

Darf ich nach der Faltenbehandlung Sport machen?

Am Behandlungstag verzichten Sie bitte auf intensive Belastung: Krafttraining, Joggen und Übungen, bei denen der Kopf länger nach unten geht. Ab dem nächsten Tag können Sie nach einer unkomplizierten Behandlung schrittweise zu Ihrem gewohnten Training zurückkehren. Sauna, Dampfbad, Hamam und Solarium lassen Sie zwei Wochen aus.

Am Behandlungstag bitte keine dekorative Kosmetik in den behandelten Bereichen. Am folgenden Morgen können Sie nach der antiseptischen Versorgung der Injektionsstellen wieder Make-up auftragen – mit sauberen Händen, Pinseln und Schwämmchen.

Wie gewohnt. Ein spezielles Kissen oder eine erzwungene Rückenlage sind nicht nötig. Vermeiden Sie am Behandlungstag lediglich längeres Liegen mit dem Gesicht nach unten und jede bewusste Massage der Injektionsstellen.

Nein, in den ersten Tagen ist das normal. Der Wirkstoff entfaltet sich schrittweise, und einzelne Bereiche entspannen sich unterschiedlich schnell. Meist gleicht sich das im Lauf der ersten Woche aus. Beurteilt wird das Ergebnis erst nach 10 bis 14 Tagen.

Nein – ärztlich verordnete Medikamente setzen Sie niemals eigenständig ab. Sagen Sie mir vor dem Termin Bescheid: Blutverdünner begünstigen kleine Blutergüsse, und wir besprechen individuell, ob und unter welchen Bedingungen die Behandlung sinnvoll ist.

Frühestens nach zwei Wochen, beim Kontrolltermin. Vorher entwickelt der Wirkstoff seine Wirkung noch weiter, und eine zusätzliche Behandlung kann die Muskeln übermäßig entspannen. Eine bewusst erhaltene Restmimik ist dabei oft gewollt und kein Zeichen einer zu geringen Dosis.

BERATUNG

Haben Sie noch Fragen zur Faltenbehandlung?

Jedes Gesicht ist individuell. Deshalb können sich die Empfehlungen abhängig von der behandelten Region, der gewählten Dosierung und Ihrer persönlichen medizinischen Situation etwas unterscheiden.

In meiner Praxis für ästhetische Medizin in Köln lege ich großen Wert auf eine individuelle Beratung und eine sorgfältige Analyse der Mimik. Wenn Sie sich für eine Behandlung mimischer Falten interessieren, berate ich Sie gerne persönlich zu den Möglichkeiten sowie zur geeigneten Vorbereitung und Nachsorge.

Die Faltenbehandlung mit Injektion ist eine ärztliche Leistung und darf in Deutschland nur von approbierten Ärzten durchgeführt werden. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung; über Eignung, Ablauf und Risiken entscheide ich nach einer persönlichen Untersuchung.

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